Das Feuer weitergeben...

Neues Taufkonzept für die Gemeinde

Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers. Wie aber kann dieses Feuer angefacht werden? Welche Ausdrucksformen unseres Glaubens sind überholt und müssen neu ausgelegt und gelebt werden? Diese Fragen beschäftigen in besonderer Weise beim Sakrament der Taufe...

Die „Zukunft unserer Pfarrgemeinde“ hatte eine kleine Gruppe interessierter Gemeindemitglieder im Blick, als sie sich am Anfang dieses Jahres zum Austausch traf. Ein Ergebnis dieses Prozesses war,  dem Sakrament „Taufe“ mehr Aufmerksamkeit zu schenken, damit es eben nicht zu einer Tradition verkommt, die man wie Asche anbetet.

Im Juni wurde das neue Taufkonzept dem Pfarrgemeinderat vorgestellt, das im Herbst umgesetzt werden und auf den Weg gebracht werden soll. Die Eckpunkte dieses Konzeptes: Der Täufling (und seine Familie) soll sich in seinem Leben von Gott begleitet wissen. Durch die Taufe machen die Familien deutlich, dass sie nicht nur um den Segen Gottes bitten, sondern sich von der Gemeinschaft der Christen getragen und gestützt wissen, in die der Täufling aufgenommen wird.

Diese Grundhaltung zieht sich wie ein roter Faden durch Taufvorbereitung und Tauffeier, so wie sie in nun geplant ist. In Zukunft wird es sechs Tauftermine pro Jahr geben, die abwechselnd in den Kirchen St. Joseph und St. Michael stattfinden. Die Familien melden ihr Kind wie bisher im Pfarrbüro an. Dort werden die Formalitäten geklärt und die weitere Vorgehensweise besprochen. Auf die Eltern und Paten warten zwei Vorbereitungsabende, die von Taufkatechet/- innen geleitet und durchgeführt werden.

Beim ersten Abend geht es

  • um das Kennenlernen untereinander,
  • um die Veränderungen im Alltag durch die Geburt eines Kindes,
  • um die Bedeutung der Taufe
  • und darum, den eigenen Glauben ins Wort und ins Gebet zu bringen.

Der taufende Priester wird am zweiten Abend, an dem die Riten und Symbole der Taufe erklärt werden, dabei sein und die Tauffeier mit vorbereiten.  Die Tauffeier findet als eigenständiger Gottesdienst am Samstagnachmittag statt. Die Taufen werden also nicht mehr in die Eucharistiefeiern am Sonntag eingebunden.

Wir wünschen uns, dass trotzdem zum Ausdruck kommt, dass die Täuflinge in die Gemeinde vor Ort aufgenommen werden. An mehreren kleinen Dingen wird das deutlich werden. In Zukunft wird veröffentlicht und vermeldet, wann wer wo getauft wird. Die Taufelternabende werden von Menschen aus der Gemeinde durchgeführt, die Vorbereitung liegt also nicht allein in der Hand der Priester. Durch die gemeinsame Vorbereitung von mehreren Familien sind sie Gemeinschaft, ja sind selbst Gemeinde. Am Taufgottesdienst nehmen Mitglieder des Pfarrgemeinderates teil, heißen die Familien willkommen und überreichen ein Geschenk. Außerdem sollen die Fotos der Täuflinge möglichst in der Kirche aufgehängt werden. Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie als Gemeindemitglie- der an den Taufgottesdiensten teilnehmen können.

Die erste Tauffeier, die anhand des neuen Taufkonzeptes durchgeführt wird, ist am 18. November um 15:00 Uhr in St. Joseph. Dazu laden wir herzlich ein!

Wir freuen uns, wenn wir Menschen in der Taufvorbereitung für unseren Glauben (neu) begeistern können. Die Taufe soll eine gute Tradition bleiben, durch die das Feuer (des Glaubens) weitergegeben wird. (as)