Mit Sack und Pack zum Gottesdienst

Einführung von Romanus Kohl als neuer Pfarrer von Salzgitter

„Früher war mehr Lametta“, könnte man wie Opa Hoppenstedt bedauernd anmerken, aber letztlich zwingt Corona an vielen Stellen zu neuen Formen der Begegnung und Feier. Eine Wort-Gottes-Feier unter freiem Himmel bildete deshalb den Rahmen für die Einführung des neuen Pfarrers Romanus Kohl, die Sendung des Pastoralteams in den überpfarrlichen Personaleinsatz.

Etwa 250 Personen waren der Einladung zur Einführung des neuen Pfarrers Romanus Kohl an der Suthwiesenstraße gefolgt. Weil die St.-Joseph-Kirche unter Hygieneauflagen nur Platz für 40 Personen bietet, hatten zahlreiche Helfer das Gelände rund um die Kirche präpariert, Abstandsmarkierungen auf den Boden gesprüht und den Bereich für die Zelebranten festlich geschmückt. Begehrt waren vor allem die Plätze unter den Bäumen und im Schatten der Kirche, weil der „Wettergott“ mit St. Joseph mal wieder ein Einsehen hatte. Auf dem Rasengelände bauten die Besucher ihre mitgebrachten Stühle auf, einige packten Getränke aus und rückten dabei schon mal enger zusammen, als vom Hygienekonzept gefordert. Mundschutz, Ordner und nicht zuletzt die Disziplin der Gottesdienstbesucher gaben aber dem Virus keine Chance zur Ausbreitung. Wer will schon gerne Schlagzeilen in der überregionalen Presse provozieren?

Zu Beginn begrüßte der kommissarische Dechant Pater Ernst-Willi Paulus den neuen Pfarrer und die Gäste und verlas die Ernennungsurkunde, mit der Romanus Kohl (57) in seine Pflichten und Rechte eingeführt wurde. Seit Juni übernimmt er nun die Leitung aller katholischen Pfarreien Salzgitters. Nach Stationen in Hannover, Peine und Hildesheim hatte er seit 2009 als Militärpfarrer Soldaten bei Einsätzen in Afghanistan und im Irak begleitet. Mit diesem Start in Salzgitter beginnt der sogenannte überpfarrliche Einsatz seines Pastoralteams. Gemeinsam mit den Pastoren Michael Maßmann und Jan Kowalski, der Gemeindereferentin Astrid Schaefer und Diakon Stephan Weiland, die ebenfalls in diesem Gottesdienst ihre Beauftragung bekamen, übernimmt Pfarrer Romanus Kohl die Verantwortung für die 19.000 Katholiken der Pfarreien St. Joseph, St. Maximilian Kolbe, St. Marien und St. Bernward. In seiner Ansprache machte er deutlich, dass diese Aufgabe nur gelingen könne, wenn alle sich beteiligten. „Ein Haupt und viele Glieder – und jeder gesegnet mit seinen Talenten (Gnadengaben)“ – diese Paulusworte zogen sich durch den Gottesdienst. Wer etwas anstoßen wolle, solle nicht zögern, die Initiative zu übernehmen. Mit dieser Grundhaltung könne das Experiment glücken. Als besonderes Anliegen nannte er den Kontakt zu den evangelischen Christen. Er sei bestrebt, offen auf andere Menschen zu zugehen, niemand werde zurückgewiesen – auch nicht an der Kommunionbank.

Nach einer Übergangszeit von einem Jahr seit dem Weggang von Pfarrer Dirk Sachse, in der Pfarrer Michael Maßmann stellvertretend die Leitung der Gemeinde übernommen hatte, ist somit der Übergang geschaffen.

Es hätte jetzt schön weitergehen können, mit Kaffee und Kuchen und Würstchen und viel Begegnung und Austausch. Leider ließen die Hygieneregelungen keine weitere Feier zu, so dass die Besucher ihre Stühle wieder einpackten und Pfarrer Romanus Kohl sich erst zu einem späteren Zeitpunkt ein Bild von der Qualität der Bratwürstchen in St. Joseph machen kann. (gp)